Bei einer Veranstaltung des Vereins zur Förderung des Gedankenguts Atatürks in Hamburg wurde der 102. Jahrestag der Republik stolz und begeistert gefeiert. Zahlreiche offizielle Gäste, zivilgesellschaftliche Vertreter und Bürger betonten erneut die Werte der Republik und Atatürks Erbe.
Hamburg – Naciye ASLAN
Der Republikfeiertag am 29. Oktober wird nicht nur in der Türkei, sondern auch im Ausland begeistert begangen. Der Hamburger Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks (ADD) organisierte wie jedes Jahr eine Feier.
Zur Veranstaltung zum 102. Gründungsjubiläum am 30. Oktober im Hotel Class kamen die türkische Vizekonsulin Yıldız Albostan, TGH-Vorsitzender Murat Kaplan, Bürgerschaftsabgeordneter Oktay Özdemir, der alevitische Dede Ali Kara, die Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Hamburg Mitte Hülya Çağrı mit Mitgliedern, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, Unternehmer, Bürger und Pressevertreter.

Die Feier begann mit einer Schweigeminute sowie der türkischen und deutschen Nationalhymne.

Moderatorin Hülya Çağrı sprach über den Entstehungsprozess der Republik und ihre historische Bedeutung.

Unterstützende Sponsoren erhielten auf der Bühne zum Dank Blumensträuße.

„Die Republik ist Tugend“
Vizekonsulin Yıldız Albostan freute sich, den Republikfeiertag in Hamburg mit Menschen zu feiern, die dieselben Ideale teilen.
Albostan sagte: „Der 29. Oktober ist der Tag, an dem unser Volk seine Zukunft aus freiem Willen bestimmte und den Lauf der Geschichte veränderte. Dieser besondere Tag erinnert uns nicht nur an die Vergangenheit, sondern auch an unsere Verantwortung für die Zukunft.
Die Republik ist das wertvollste Erbe Mustafa Kemal Atatürks. Die Republik ist Tugend. Diese Tugend lebendig zu halten bedeutet Toleranz, gegenseitiges Verständnis und die Anerkennung unserer Unterschiede als Bereicherung.“
Albostan erklärte, Türken im Ausland verträten die Werte der Republik mit Würde. Sie gedachte Atatürks, seiner Mitstreiter und aller Gefallenen mit Dankbarkeit und Gebeten.

„Die Republik ist eine gesellschaftliche Befreiungsbewegung“
ADD-Hamburg-Vorsitzender Ufuk Güngör betonte, der 29. Oktober gehöre zu den größten Wendepunkten der türkischen Geschichte. Die Ausrufung der Republik sei nicht nur ein Wechsel des politischen Systems, sondern eine umfassende gesellschaftliche Veränderung und Befreiungsbewegung gewesen.
Güngör erinnerte an universelle Werte wie gleiche Bürgerrechte, Säkularismus, Rechtsstaatlichkeit, wissenschaftliches Denken, gleiche Bildungschancen und Frauenrechte. Er sagte, das Sultanat, Klassenprivilegien, Konkubinat, Sklaverei und diskriminierende Steuerpraktiken aus der osmanischen Zeit seien mit der Republik Geschichte geworden:
„Republik bedeutet, dass jeder Mensch kein Untertan mehr ist, sondern ein freier, unabhängiger Bürger mit gleichen Rechten. Sie öffnete die Tür für tiefgreifende politische, soziale und rechtliche Veränderungen. Es entstand ein System, in dem jeder ungeachtet von Religion, Sprache oder Herkunft vor dem Staat gleich ist. Dieses Verständnis machte die Türkei zu einem Teil der modernen Welt.“
Die Republik sei auch ein Aufklärungsprojekt. Bildungsinitiativen, das aktive und passive Wahlrecht für Frauen, Rechtsreformen und wissenschaftlicher Fortschritt hätten die Türkei vorangebracht, sagte Güngör.
Auch die türkische Gemeinschaft im Ausland müsse diese Werte schützen. Ihre Mitglieder seien Vertreter der Republik: „In jedem Land, in dem wir leben, tragen wir die Verantwortung, das moderne Gesicht der Republik, demokratisches Bewusstsein und Atatürks Grundsätze und Reformen lebendig zu halten.“
Er schloss mit den Worten des Intellektuellen Ahmet Taner Kışlalı: „Kemalismus bedeutet nicht, die Vergangenheit zu bewachen, sondern die Zukunft anzuführen.“

Nach einer Essenspause trug ADD-Mitglied Mustafa Sert im zweiten Programmteil Atatürks „Ansprache an die Jugend“ vor.
Märsche, Zeybek-Tänze und begeisterte Momente
Mit Aytun Ede, Burak Çetintaş, Deniz Has und Acar Acar wurden zur Musik Märsche gesungen.


Die Darbietung der Gruppe Can Zeybek erhielt großen Applaus. Mit Tanz und volkstümlicher Musik des Orchesters ging das Programm weiter, und die Gäste feierten den Republikfeiertag gemeinsam.



















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