Die Hamburger Stadtteilschule Wilhelmsburg erhielt bei einer Berliner Zeremonie den Sonderpreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt des Deutschen Schulpreises 2026.
Asbülten
HAMBURG / Mehr als 100 Schulen aus Deutschland hatten sich beworben, 15 erreichten das Finale des 2026 verliehenen Deutschen Schulpreises. Die Verleihung fand am 29. September in Berlin statt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz nahm teil. Die Stadtteilschule Wilhelmsburg erhielt den Sonderpreis für ihr Bildungsverständnis, das gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt des Schulalltags stellt. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.
Vielfalt als Chance
Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris äußerte ihren Stolz darüber, dass die Stadtteilschule Wilhelmsburg beim Deutschen Schulpreis bereits zum dritten Mal ausgezeichnet wurde.
Bekeris gratulierte der Stadtteilschule Wilhelmsburg und sagte, sie zeige, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt im Schulalltag verwirklicht werden könne.
Schulleiterin Katja Schlünzen verwies auf das soziale Umfeld: Die Schule liege in einem vielfältigen, stark von Einwanderung geprägten Viertel mit Sozialindex 1. Schlünzen sagte: „Wir sehen Vielfalt als Chance“ und betonte neben besonderen Bildungsangeboten in den Herkunftssprachen die Bedeutung von Schülerdemokratie und Beteiligung für die Schulentwicklung.
Wöchentliches individuelles Coaching
Die Jury des Deutschen Schulpreises hob das Modell zur Förderung der persönlichen Entwicklung besonders hervor.
An der Schule mit etwa 1.228 Schülern bewerten diese in wöchentlichen Coachinggesprächen ihren Lernprozess aktiv mit den Lehrkräften. Gemeinsam betrachten sie den Lernstand und legen nächste Entwicklungsschritte fest.
Daneben gibt es verschiedene Lernformen sowie Angebote zur Stärkung von Zusammenarbeit und Kommunikation.
Schüler und Eltern beteiligt
Auch die aktive Einbeziehung von Schülern, Lehrkräften und Eltern gehörte für die Jury zu den Gründen der Auszeichnung.
Schüler wirken an der Weiterentwicklung von Schule und Unterricht mit; Schülerdemokratie hat einen wichtigen Platz. Eltern werden durch das Elterncafé und Elternmentoren am Schulleben beteiligt. Diese Angebote sollen die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familien stärken.
Maritimes Lernen und Sprachen
Die Stadtteilschule Wilhelmsburg legt Wert auf kompetenzorientiertes, individuelles und interkulturelles Lernen. Besonders in den Klassen 0–4 wird integrierter, unterstützender Sprachunterricht angeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt sind maritime Projekte. Ausflüge ins Wattenmeer und Schwimmunterricht werden durch das schuleigene Maritime Zentrum Elbinseln (MZE) ergänzt. Maritime Themen werden von der Grundschule bis zur Oberstufe aufgegriffen.
Zwei Stiftungen verleihen den Deutschen Schulpreis
Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung verleihen den Deutschen Schulpreis, der 2026 zum 20. Mal stattfand.
Den Hauptpreis 2026 gewann in Hessen die Bertha-von-Suttner-Schule mit 100.000 Euro. Fünf weitere Schulen erhielten je 30.000 Euro; die Stadtteilschule Wilhelmsburg bekam den erstmals vergebenen Sonderpreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt mit ebenfalls 30.000 Euro.
Aus Hamburg wurden bisher insgesamt acht Schulen mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Außerdem erreichten 14 Hamburger Schulen die letzten 15 des Wettbewerbs.
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