In Hamburg wurde ein neuer Schritt zur Behandlung von Gefangenen mit psychischen Erkrankungen in den Haftanstalten unternommen. Im Zentralkrankenhaus wurde eine psychiatrische Kurzzeitbehandlungsstation mit 14 Behandlungsbetten eingerichtet. Die Station soll am 1. November 2026 ihren Betrieb aufnehmen.
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Neue Einrichtung für die psychiatrische Behandlung

HAMBURG / In Hamburg wurde eine neue psychiatrische Kurzzeitbehandlungsstation für Gefangene mit psychischen Erkrankungen eingerichtet.

Die Station wird Gefangene mit akuten psychischen Erkrankungen versorgen, die auf einen Behandlungsplatz in einer externen Klinik warten oder für deren Behandlung keine stationäre Aufnahme in einer externen psychiatrischen Klinik erforderlich ist.

Auch Gefangene, deren Diagnose noch nicht geklärt ist oder deren Zustand nach einer Behandlung in einer externen Klinik noch nicht stabil genug für eine Rückkehr in den regulären Haftalltag ist, werden auf der Station aufgenommen.

Die Station wird Gefangene aus allen sechs Hamburger Justizvollzugsanstalten versorgen. Die Behandlungsdauer kann bis zu 12 Wochen betragen.

Die Behandlung beginnt am 1. November

Die am 30. September 2026 öffentlich vorgestellte neue Station soll am 1. November 2026 ihren Betrieb aufnehmen. Das Projekt soll Gefangenen mit psychischen Erkrankungen einen schnelleren Zugang zu geeigneter Behandlung ermöglichen und ihren Gesundheitszustand verbessern.

Hamburgs Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz Anna Gallina erklärte, dass viele Menschen, die in Haft kommen, wegen ihrer psychischen Probleme erst dort erstmals medizinische Versorgung erhalten. Gallina sagte, der Umfang der ambulanten psychiatrischen Versorgung in den Haftanstalten sei seit 2013 erheblich erweitert worden.

Das UKE übernimmt die Behandlung

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird die psychiatrische Versorgung auf der Station mit einem Team aus Fachkräften übernehmen. Dem Team gehören neben Fachleuten für Psychiatrie und Psychotherapie auch Beschäftigte aus der Ergotherapie, Sporttherapie und Musiktherapie an.

Moderne Behandlungsbereiche geschaffen

Die neue Station verfügt über einen Wohnbereich mit Gemeinschaftsräumen und Küche sowie über helle Patientenzimmer. Für Bewegung, Gespräche, Ergotherapie und Musiktherapie wurden rund 160 Quadratmeter Fläche vorgesehen.

Für die psychiatrische Kurzzeitbehandlungsstation sind in den kommenden zweieinhalb Jahren rund 7,6 Millionen Euro vorgesehen. Außerdem sollen die Behandlungsangebote durch Forschung im Bereich der Gefängnispsychiatrie begleitet und die Ergebnisse regelmäßig ausgewertet werden.