Beim Aufzug „Gen Z regelt“ mit laut Polizei rund 6.700 Teilnehmenden in Hamburg wurden neben der Ablehnung der Wehrpflicht mehr Mittel für Bildung, Klimaschutz und Lösungen für die hohen Lebenshaltungskosten gefordert. Nach dem Aufzug kam es in St. Georg zu Ausschreitungen.

Der Aufzug startete am 31. Oktober 2026 am Jungfernstieg und führte in Richtung Lohmühlenstraße.

Die Anliegen junger Menschen auf der Straße

Beim weitgehend friedlichen Aufzug wurden mehr Mittel für Bildung, Klimaschutz und Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten gefordert.

Gegen Ende des Aufzugs verschärfte sich die Lage. Nach Angaben der Polizei zündeten einzelne Personen Pyrotechnik, setzten im Bereich Steindamm/Lohmühlenstraße Absperrelemente in Brand und bewarfen Einsatzkräfte mit Steinen und anderen Gegenständen. Nach dem Eingreifen der Polizei beendete der Versammlungsleiter den Aufzug um 16:56 Uhr vorzeitig. Ein Großteil der Teilnehmenden hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt.

Anhaltende Spannungen in St. Georg

Auch nach dem Ende des Aufzugs gingen die Zwischenfälle weiter. Rund um den Hauptbahnhof und den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sammelten sich erneut Gruppen. Auf dem Steindamm brannten eine Barrikade und Mülltonnen; mit auf die Fahrbahn gezogenen Gegenständen wurde versucht, weitere Barrikaden zu errichten. Einsatzkräfte wurden mit Flaschen, Böllern und teilweise Pflastersteinen beworfen.

Die Polizei räumte einzelne Bereiche mit Unterstützung eines Wasserwerfers. Ein Schwerpunkt des nächtlichen Einsatzes lag im Bereich Steintorweg/Bremer Reihe. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Einsatz gegen 22:00 Uhr rund 120 Menschen vorläufig festgenommen. Die genannte Zahl der Festnahmen stellt keine abschließende Gesamtbilanz aller Festnahmen des Tages dar.

Verletzte vor Ort versorgt

Laut einem Bericht in der deutschen Presse unter Berufung auf Polizeiangaben vom Sonntagmorgen wurden im Laufe des Tages 12 Polizeikräfte verletzt. Auch ein Kind und eine Polizistin, die von einer gezündeten Feuerwerksbatterie getroffen wurden, erhielten vor Ort Hilfe vom Rettungsdienst. Das Kind erlitt einen Schock, musste aber nicht ins Krankenhaus.

Sicherheitsmaßnahmen an den Bahnhöfen

Im Stadtgebiet waren rund 1.300 Polizeikräfte im Einsatz. Die Bundespolizei setzte bei ihren bahnpolizeilichen Aufgaben mit Schwerpunkten am Hauptbahnhof und am Berliner Tor mehr als 110 Kräfte ein.

In ihrer eigenen Bilanz verzeichnete die Bundespolizei 57 Durchsuchungen, 24 Identitätsfeststellungen und 42 Platzverweise. Der Bahnbetrieb wurde nicht beeinträchtigt.