Nach der Inhaftierung des Istanbuler Bürgermeisters und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu fanden in der Türkei, insbesondere in Istanbul, Proteste statt. Journalisten, die über die Demonstrationen in Saraçhane berichteten, wurden inhaftiert. Der Vorstand des Türkischen Presseverbands Hamburg (HTBB) veröffentlichte eine Solidaritätserklärung mit der Forderung nach ihrer Freilassung.
Die Presseerklärung mit dem Titel „Berichten ist kein Verbrechen, sondern Journalismus!“ lautet:
TÜRKISCHER PRESSEVERBAND HAMBURG
Bund Türkischer Journalisten in Hamburg e.V.
HTBB: Berichten ist kein Verbrechen, sondern Journalismus! Lasst unsere Kollegen frei!
Unser Aufruf als Vorstand des Türkischen Presseverbands Hamburg
Unsere sieben journalistischen Kollegen, die wegen ihrer Berichte über die Proteste in Saraçhane in Istanbul unter dem Vorwurf des „Verstoßes gegen das Gesetz über Versammlungen und Demonstrationszüge“ inhaftiert wurden, müssen sofort freigelassen werden!
Die Proteste in Saraçhane zu verfolgen und die Öffentlichkeit zu informieren, ist journalistische Tätigkeit und kein Verbrechen!
Nach Beginn der Proteste gegen die Festnahme des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu wurden bei ihrer Berichterstattung der AFP-Korrespondent Yasin Akgül, der NOW-Haber-Reporter Ali Onur Tosun, der Fotoreporter Bülent Kılıç, die Reporterin Zeynep Kuray, der İBB-Fotoreporter Kurtuluş Arı, der Fotoreporter der Gemeinde Bakırköy Gökhan Kam und der Reporter Hayri Tunç festgenommen. Am Dienstag, 25. März 2025, wurden sie wegen ihrer journalistischen Tätigkeit inhaftiert.
Unsere Kollegen waren zunächst unter gerichtlichen Auflagen freigelassen und danach rechtswidrig inhaftiert worden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Journalisten wegen ihrer Berichte beschuldigt, mit Strafandrohungen eingeschüchtert und Gewalt durch Sicherheitskräfte ausgesetzt werden!
Journalisten dürfen für die Ausübung ihrer Arbeit nicht bestraft werden!
Die Festnahme und Inhaftierung von Journalisten ist ein Versuch, nicht nur einzelne Menschen, sondern die Gesellschaft zum Schweigen zu bringen. Pressefreiheit ist kein Sonderrecht für Journalisten, sondern die Garantie für das Recht der Bevölkerung auf Information. Journalisten kontrollieren im Namen der Gesellschaft die öffentliche Macht und berichten die Wahrheit. Die Mächtigen dürfen nicht verhindern, dass die Wahrheit die Bevölkerung erreicht, auch wenn sie ihnen nicht gefällt.
Journalisten organisieren keine Demonstrationen, sondern verfolgen das Geschehen und informieren die Öffentlichkeit. Sie an ihrer Arbeit zu hindern, stellt eine ernsthafte Bedrohung für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie dar.
Wir erinnern daran: Journalisten sind der Bevölkerung und der Wahrheit verpflichtet
Nach der türkischen Erklärung über die Rechte und Pflichten von Journalisten ist ihre erste Aufgabe die Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und der Wahrheit. Freier Nachrichtenfluss ist eine Grundvoraussetzung einer demokratischen Gesellschaft. Die Inhaftierung unserer sieben Kollegen wegen „Verstoßes gegen das Gesetz über Versammlungen und Demonstrationszüge“ ist als dunkler Fleck in die türkische Pressegeschichte eingegangen.
Journalisten durch rechtlichen Druck und die Drohung mit Haft zum Schweigen bringen zu wollen, ist ein schwerer Angriff auf Presse- und Meinungsfreiheit.
Als Journalisten im Ausland, die den Druck auf unsere Kollegen aufmerksam verfolgen, können wir diese antidemokratischen Praktiken in der Türkei nicht akzeptieren.
Als Türkischer Presseverband Hamburg erklären wir unsere Solidarität mit den Kollegen und wiederholen unseren Aufruf: „Unsere Kollegen müssen sofort freigelassen werden!“
Kommentare
Einen Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Ihr Kommentar erscheint nach Freigabe.