Auf dem Friedhof Öjendorf in Hamburg ist der neue Bereich „Assalam“ feierlich eröffnet worden, der Bestattungen nach muslimischen religiösen Vorschriften ermöglicht. Auf rund vier Hektar stehen 4.850 Grabplätze zur Verfügung.
Asbülten

Der neue muslimische Bestattungsbereich auf dem Friedhof im Hamburger Stadtteil Öjendorf wurde am Montag, dem 19. Oktober 2026, feierlich eröffnet. Durch den neuen Abschnitt Assalam, dessen Name „Zum Frieden“ bedeutet, wurde die für muslimische Bestattungen vorgesehene Fläche des Friedhofs annähernd verdoppelt.

Neuer Friedhofsbereich mit 4.850 Grabplätzen

Auf dem Friedhof Öjendorf werden seit 1978 muslimische Bestattungen angeboten. Da die vorhandenen Grabplätze jedoch weitgehend belegt sind, wurde eine neue Fläche benötigt.

Der Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe, Carsten Helberg , erklärte, die Platzknappheit im bestehenden muslimischen Friedhofsbereich habe die Erweiterung notwendig gemacht.

Auf der rund vier Hektar großen neuen Fläche wurden 4.850 Grabplätze geschaffen. In Hamburg werden jährlich mehr als 400 Menschen nach islamischem Ritus bestattet. Der neue Abschnitt soll in den kommenden Jahren wesentlich dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken.

Gestaltung nach islamischen Bestattungsvorschriften

Bei der Gestaltung des neuen Friedhofsbereichs wurden die religiösen Traditionen und Bestattungsvorschriften der Muslime berücksichtigt. Die Gräber sind nach Mekka ausgerichtet; auf Wunsch ist auch eine Bestattung im Leichentuch möglich.

Für die Totengebete wurden ein Aufbahrungsstein und ein überdachter Zeremonienbereich geschaffen. Damit sollen die Teilnehmenden auch bei größeren Trauerfeiern vor ungünstigem Wetter geschützt werden.

Außerdem gibt es Wasserstellen, an denen Friedhofsbesucher die rituelle Waschung vornehmen können.

33 Gebetsperlen als Gestaltungsidee

Die Landschaftsgestaltung des neuen Bereichs wurde von der islamischen Kultur inspiriert. Die vorhandenen Bäume blieben erhalten; zusätzlich wurden 33 neue Baum- und Pflanzengruppen angelegt, die die 33 Perlen einer Gebetskette symbolisieren.

Auf dem von Spazierwegen umgebenen Friedhof führt ein zentraler Weg zum Bereich für die Totengebete. Die neue Anlage entstand auf einer zuvor betrieblich genutzten Fläche des Friedhofs, zu der auch eine ehemalige Baumschule gehört.

Religiöse Vielfalt und gesellschaftliche Zugehörigkeit im Mittelpunkt

Bei der Eröffnungsfeier erklärte Imam Zulhajrat Fejzulahi , der neue Friedhofsbereich habe für die in Hamburg lebenden Muslime eine wichtige Bedeutung.

Fejzulahi erinnerte daran, dass Muslime seit mehreren Generationen in Hamburg leben. Die neue Bestattungsfläche sei ein Zeichen gesellschaftlicher Zugehörigkeit und gegenseitiger Anerkennung.

Unabhängig von ihrem Glauben wollten Menschen ihre Angehörigen würdevoll auf dem letzten Weg begleiten, betonte Fejzulahi. Jeder Mensch in Hamburg solle eine Bestattungsmöglichkeit haben, die seinen religiösen und kulturellen Bedürfnissen entspreche.

Vertreter aus Verwaltung und Religion bei der Eröffnung

Am Eröffnungsprogramm nahmen die Staatsrätin der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Dr. Stefanie von Berg , sowie der Vertreter der Schura Hamburg, Imam Mounib Doukali , teil.

Die Gestaltung der Friedhofsanlage erläuterten die Landschaftsarchitekten Torsten Herbst und Aaron Querner in ihren Beiträgen.

Die von den Hamburger Friedhöfen veranstaltete Eröffnung wird als wichtiger Schritt gewertet, um Bestattungen nach muslimischen religiösen Traditionen langfristig zu ermöglichen.