In Hamburg fand eine Beratung für Familien beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule statt. Ezel Sünnetçioğlu gab neu aus der Türkei zugezogenen Eltern wichtige Hinweise zur Wahl zwischen Stadtteilschule und Gymnasium, zur Überwindung von Sprachbarrieren und zur entscheidenden Rolle der Muttersprache für den schulischen Erfolg.

HAMBURG – Özlem Alagöz-Bakan

Der Hamburger Türkische Lehrerverein und der Hamburger Türkische Elternverein organisierten eine umfassende Informationsveranstaltung zur Schulwahl, einer der größten Sorgen neu aus der Türkei eingewanderter Familien. Im Saal der Türkischen Gemeinde Hamburg und Umgebung (TGH) erläuterten Fachleute und Pädagogen wichtige Punkte beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule.

Hamburger Familien erhalten Hinweise zur passenden Schulwahl

„Schulwahl ist mehr als eine akademische Entscheidung“

Hauptreferent war die pädagogische Fachkraft Ezel Sünnetçioğlu und erläuterte die Unterschiede zwischen den beiden Säulen des Hamburger Schulsystems, Stadtteilschule und Gymnasium . Eltern sollten nicht nur auf das Ansehen der Schule, sondern auf das persönliche Lerntempo und die emotionalen Bedürfnisse ihres Kindes achten.

Sünnetçioğlu erklärte: „Die Sprachbarriere kann die tatsächliche Intelligenz und das schulische Potenzial verdecken. Soziale Entwicklung und Selbstvertrauen sind in dieser Phase ebenso wichtig wie die Noten.“

Rolle der Muttersprache für den Erfolg

Besonders betont wurde auch der Türkischunterricht. Erfolg in der Muttersprache fördere das begriffliche Denken und wirke sich unmittelbar positiv auf das Deutschlernen und andere Fächer aus, erklärten die Pädagogen. Türkischunterricht solle nicht nur als kulturelle Verbindung, sondern auch als akademischer Baustein gesehen werden.

Wissenswertes über das deutsche Bildungssystem

Für Eltern sind insbesondere folgende Einzelheiten des Hamburger Systems hilfreich:

  • Flexible Übergänge: Die Schulwahl in Deutschland ist kein endgültiger Abschluss. Wer an der Stadtteilschule erfolgreich lernt, kann später zum Gymnasium wechseln oder an der Stadtteilschule in der 13. Klasse das Abitur ablegen.
  • Empfehlung der Lehrkräfte: Am Ende der 4. Grundschulklasse geben Lehrkräfte eine Empfehlung. Die endgültige Entscheidung treffen in Hamburg jedoch die Eltern. Fachleute raten, die Empfehlung gründlich zu prüfen und zugleich das Potenzial des Kindes zu berücksichtigen.
  • Sprachförderklassen (IVK): Für neu aus der Türkei zugezogene Schüler gibt es in Hamburg Internationale Vorbereitungsklassen. Sie bilden eine Brücke zur Eingewöhnung in das Schulsystem.
Hamburger Familien erhalten Hinweise zur passenden Schulwahl

Gemeinsame Botschaft: „Sie sind nicht allein“

Zum Abschluss erinnerten die Vereinsleitungen daran, dass Eltern angesichts des komplexen Systems Unterstützung erhalten können. Sie betonten die Bedeutung von Schulterminen und Elternabenden. Die Veranstaltung endete mit der Beantwortung der Elternfragen.