Bei einer Abschiedsveranstaltung des Bildungsattaché-Büros am türkischen Generalkonsulat Hamburg für 11 Lehrkräfte für Türkisch und türkische Kultur, deren Einsatzzeit endet, wurden ihr engagierter Einsatz im Ausland und die Bedeutung der Weitergabe des Türkischen an kommende Generationen hervorgehoben. Zum Abschluss erhielten die Lehrkräfte Ehrenplaketten.
Naciye ASLAN
HAMBURG – In der Stadtteilschule am Hafen fand am Sonntag, dem 28. Juni, die Abschiedsveranstaltung statt. Zu den Anwesenden zählten Hamburgs türkischer Generalkonsul Berati Alver und seine Frau Elif Alver, Bildungsattaché Mustafa Ekici, Konsulin Yıldız Albostan, der Türkische Lehrerverein Hamburg (TÖDer) mit seinem Vorsitzenden Bilge Yörenç, der Türkische Elternbund Hamburg (HTVB) mit seinem Vorsitzenden Azmi Akgül sowie Vertreter des Bildungswesens, zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Medien.

Die Lehrerin für Türkisch und türkische Kultur Nermin Çelikbilek moderierte das Programm, das mit einer Schweigeminute und dem Singen der türkischen Nationalhymne begann.
Bildungsattaché: „Unsere Lehrkräfte sind Kulturbotschafter“
Als erster Redner sprach bei der Veranstaltung für die Lehrkräfte für Türkisch und türkische Kultur, die nach ihrem Einsatz in Hamburg und Schleswig-Holstein in die Türkei zurückkehren, Bildungsattaché Mustafa Ekici . Ekici betonte die Bedeutung der Unterstützung für die Bildung und dankte den Teilnehmenden.

Der Lehrerberuf beschränke sich nicht auf Unterricht im Klassenraum, erklärte Ekici. Lehrkräfte im Ausland seien zugleich Vertreter ihres Landes. Beim Vermitteln der Muttersprache gehe es auch darum, die kulturelle Identität der Bürger zu bewahren sowie nationale und geistige Werte zu stärken. Ekici sagte: „Das Engagement, die Geduld und die Opferbereitschaft unserer Lehrkräfte im Umgang mit bürokratischen Abläufen und dem Leben fern der Heimat verdienen höchste Anerkennung. Ich bin überzeugt, dass Ihre hier gewonnenen Erfahrungen Ihr weiteres Berufsleben wesentlich bereichern werden.“ Damit würdigte er ihren Einsatz.
Der Bildungsattaché dankte insbesondere Generalkonsul Berati Alver sowie allen Institutionen, Kollegen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medienvertretern, die Bildungsaktivitäten unterstützen und dem Thema stets einen hohen Stellenwert einräumen. Die Lehrkräfte, deren Einsatz endet und die in die Türkei zurückkehren, verabschiedete der Attaché mit den Worten: „Mögen unseren Lehrkräften alle Wege offenstehen und eine glückliche Zukunft beschieden sein. Ich wünsche ihnen ein Leben voller Gesundheit, Frieden und Erfolg und danke ihnen nochmals für ihre Arbeit.“ So lauteten seine Abschiedsworte.
TÖDer-Vorsitzender Yörenç betont Zusammenarbeit
Anschließend sprach der Vorsitzende des Türkischen Lehrervereins Hamburg (TÖDer), Bilge Yörenç, über die Schwierigkeiten, denen sie als örtliche Lehrkräfte an den Schulen begegneten. Die Lehrkräfte arbeiteten entschlossen daran, Kindern Wissen zu vermitteln. Sie seien nicht nur Pädagogen, sondern auch Botschafter der türkischen Sprache, Träger der Kultur und Vorbilder für die Gesellschaft.

Dass TÖDer nach langer Zeit wieder als Partner eingeladen worden sei, freue den Verein sehr, erklärte Yörenç. „Die Einbeziehung aller zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für Türkischunterricht, Mehrsprachigkeit und kulturelle Teilhabe einsetzen, ist ein wertvoller Beitrag. Wir danken für diese Einladung“, sagte er.
Elternbund-Vorsitzender Akgül: „Gemeinsam sind wir stärker“
Im Namen der Eltern sprach der Vorsitzende des Türkischen Elternbunds Hamburg (HTVB), Azmi Akgül. Er zeigte sich sehr zufrieden darüber, dass der Türkischunterricht an den Schulen inzwischen besser und wirksamer erteilt werde.

Er dankte den Lehrkräften und versicherte, auch den neu beginnenden Lehrern stets zur Seite zu stehen: „Unsere Einheit und unser Zusammenhalt werden uns stärken.“
„Ich kenne die Mühen im Bildungswesen sehr gut“
Mit einem Gruß an die Lehrkräfte, Gäste und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen begann Generalkonsul Berati Alver seine Rede. Er erinnerte daran, dass er früher etwa 4,5 Jahre lang kommissarisch als Bildungsattaché tätig gewesen sei.

In dieser Zeit habe er die bürokratischen Abläufe und Schwierigkeiten von Lehrkräften, Bildungsattachés und dem Bildungswesen aus nächster Nähe kennengelernt, sagte Alver. Auch das große Engagement der in Hamburg tätigen Lehrkräfte habe er wiederholt erlebt.
„Verlieren türkische Kinder ihre Sprache, reißen ihre kulturellen Bindungen ab“
Die Teilnahme am Unterricht in Türkisch und türkischer Kultur liege in Hamburg noch nicht auf dem gewünschten Niveau, erklärte Alver. Um die Schülerzahlen zu erhöhen, müssten Familien, zivilgesellschaftliche Organisationen und deutsche Bildungspartner mehr Verantwortung übernehmen.
Der Generalkonsul sagte: „Wenn die türkischen Kinder hier ihre Muttersprache, ihr Türkisch, verlieren, werden ihre Bindungen an die türkische Kultur und an die Türkei vollständig abreißen. Leider sehen wir in Hamburg häufig Beispiele dafür. Wenn die Sprache verschwindet, verschwindet auch die Kultur. Es liegt in unserer Hand, diese Entwicklung zu stoppen und umzukehren. Die Schwierigkeiten werden uns nicht entmutigen, sondern uns zu noch mehr Einsatz anspornen.“ Damit unterstrich er die Bedeutung der Sprache.
„Unsere Tür steht jeder Organisation offen, die sich nicht gegen Flagge und Volk richtet“
Erfolg in der Bildung sei nur mit dem Beitrag aller gesellschaftlichen Gruppen möglich, nicht allein durch öffentliche Einrichtungen, betonte Alver. Die Türen des Staates stünden allen Organisationen offen, die an dem gemeinsamen Ziel arbeiteten. Er erklärte:
„Wir verteidigen die Einheit unseres Staates und unseres Volkes. Allen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereinen und Zusammenschlüssen in Hamburg begegnen wir mit gleicher Offenheit, solange sie sich nicht gegen unsere Flagge, unseren Staat und unser geschätztes Volk richten. Wir heißen sie alle mit offenen Armen willkommen. Wir werden weiterhin mit jeder Institution zusammenarbeiten und sie unterstützen, die sich für die türkische Sprache und Kultur einsetzt.“
Würdigung der Opferbereitschaft der Lehrkräfte
Die scheidenden Lehrkräfte hätten große Opfer auf sich genommen, um türkische Kinder nicht nur im Zentrum Hamburgs, sondern auch in den entlegensten Orten zu erreichen, sagte Alver und schloss seine Rede mit den Worten:
„Während Ihrer Tätigkeit hier haben Sie sowohl für unseren Staat als auch für die türkische Gemeinschaft in Hamburg sehr wertvolle Dienste geleistet. Ich danke jedem Einzelnen für den selbstlosen Einsatz zum Erhalt der türkischen Sprache und für die Zukunft unserer Kinder, der Sie von den Metropolen bis zu den entlegensten Siedlungen geführt hat. Sie haben Ihre Aufgabe hier erfolgreich abgeschlossen. Für Ihre neuen Einsatzorte in der Türkei und Ihr weiteres Leben wünsche ich Ihnen Gesundheit, Frieden und Erfolg. Mögen Ihre Wege offen und Ihre Zukunft hell sein.“
Ehrenplaketten und Abschied
Nach den Ansprachen kamen die Lehrkräfte, deren Einsatz endet, Başak Eryılmaz, Ebumüslim Elitok, Emine Akdağ, Fatma Dabanlı, Gözde Uzunabdullahin, İsa Gündoğdu, Nuray Ayhan, Semih Erdoğan, Vural Gündüz, Mustafa Soysal und Ahmet Akyol ans Rednerpult und teilten ihre Gedanken und Gefühle.
Ihre Ansprachen sorgten für bewegende Momente im Saal. Auch ihre weiterhin tätigen Kollegen begleiteten die scheidenden Lehrkräfte beim Abschied.

Zum Abschluss überreichten Generalkonsul Berati Alver, Bildungsattaché Mustafa Ekici, TÖDer-Vorsitzender Bilge Yörenç und der Vorsitzende des Türkischen Elternbunds, Azmi Akgül, den Lehrkräften die Ehrenplaketten. Es folgten Erinnerungsfotos und ein gemeinsames Essen.



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