Das vom Mut! Theater in Hamburg veranstaltete 8. Theaterbrückenfestival stieß auf großes Interesse. Es endete mit Aufführungen zu gesellschaftlichen Themen.

Das in Hamburg dieses Jahr zum 8. Mal vom 15.-31. Mai veranstaltete Theaterbrückenfestival endete nach zwei ereignisreichen Wochen. Mit Theaterstücken, Stand-up und Gesprächen, die gesellschaftliche Fragen auf die Bühne brachten, bot es dem Publikum intensive Kunstmomente. Die an den letzten beiden Tagen auftretende Theatergruppe der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein und das Berliner Stand-up-Team Kurulu Düzen fanden großen Anklang. Beide Veranstaltungen waren ausverkauft; manche Zuschauer mussten stehen.

Drei frauenbezogene Stücke der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein
Am Abend des 30. Mai zeigte die Theatergruppe der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein die drei kurzen Stücke „Korsan Prensesler“, „Kadın Kadının Kurdudur“ und „Mahkeme“. Unter Regie von Reyhan Kuyumcu behandelten sie den Platz der Frau in der Gesellschaft, männlich dominierte Rollen, Gewalt und Solidarität. Besonders „Mahkeme“ schilderte die dramatische Geschichte der als Kind verheirateten Gülbeyaz und zeigte, wie Gewalt gegen Frauen in Verbindung mit unzureichenden Gesetzen zur Tragödie wird. Das stark beklatschte Stück bot einen kritischen Blick auf Femizide und das Justizsystem.
In „Kadın Kadının Kurdudur“ wurden anhand des idealen männlichen Roboters X47-Süleyman emotionale und gesellschaftliche Erwartungen von Frauen humorvoll behandelt. „Korsan Prensesler“ interpretierte Prinzessinnenfiguren klassischer westlicher Märchen neu und betonte, dass die Frauenfiguren keine passiven, sondern starke Individuen sind.
Es spielten Yücel Yıldız, Aylin Gülşen, Volkan Kahraman, Ceyla Çakır, Meryem Avcı, Kayra Kuyumcu, Beyza Kanat, Ayşe Avcı, Harun Kahveci, Hatice Özkan, Aynur Zere, Fatma Çiftçiler, Fatma Yılmaztürk, Berrin Yıldız, İlknur Kahveci, Azra Kertmen, Kamuran Aydın, Recep Kertmen, Ali Çakar, Hacer Gülşen, Funda Gülşen und Aylin Eser.
Berliner Kurulu Düzen gestaltet das Festivalfinale
Der Abschluss fand am Samstagabend, dem 31. Mai, mit der Stand-up-Show des Berliner Teams Kurulu Düzen statt.
Das Team aus Emre Çelik, Ahmet Pllana, Emir Akköse, Başak Deniz und Ferhat Kaya brachte gesellschaftliche und politische Themen satirisch auf die Bühne. Es bot dem Publikum sowohl nachdenkliche als auch unterhaltsame Momente.

Canbay: „Die Jugend macht dem Theater Hoffnung“
Mahmut Canbay, künstlerischer Gesamtleiter des Mut! Theaters, erklärte zum Abschluss: „Das Interesse am Festival hat uns sehr glücklich gemacht. Alle Stücke waren ausverkauft, manche wurden sogar im Stehen verfolgt. Das zeigt, wie wichtig Kunst weiterhin ist. Wir möchten unseren Platz allmählich den jungen Menschen überlassen. Ihr Interesse am Theater macht uns Hoffnung.“ Canbay überreichte der Theatergruppe der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein und Kurulu Düzen jeweils eine Erfolgsplakette. Das 8. Hamburger Theaterbrückenfestival endete mit starken Themen und Bühnenleistungen, die Kunstfreunden im Gedächtnis bleiben werden.
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