Im Bildungsmonitor 2026, der die Bildungssysteme der 16 Bundesländer vergleicht, behauptet Hamburg bundesweit den dritten Platz. Besonders stark schneidet die Stadt bei Fremdsprachenunterricht, Schüler-Lehrer-Verhältnis und Ganztagsangeboten ab.
Asbülten
HAMBURG / Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Ergebnisse seiner Studie Bildungsmonitor 2026 veröffentlicht. Hamburg belegt im Vergleich der Bildungssysteme der 16 Bundesländer erneut den dritten Platz.
Die Untersuchung bewertet den Beitrag der Bildungssysteme zur wirtschaftlichen Zukunft. Dazu betrachtet sie unter anderem Bildungschancen, die Verringerung von Bildungsarmut, Fachkräftesicherung und Wachstum. Verglichen werden 13 Handlungsfelder mit insgesamt 98 Einzelindikatoren.
Hamburg erreicht mit 53,6 Punkten den dritten Platz. Sachsen liegt mit 62,9 Punkten vorn, Bayern mit 57,8 Punkten auf Platz zwei. Seit 2010, als Hamburg noch auf Rang 11 lag, hat sich die Stadt um acht Plätze verbessert.
Spitzenplatz beim Fremdsprachenunterricht
Fremdsprachenunterricht gehört laut Studie zu Hamburgs besonderen Stärken.
Nach den Daten für 2024 erhielten 99 Prozent der Hamburger Grundschüler Fremdsprachenunterricht, bundesweit waren es 51,7 Prozent. An beruflichen Schulen erreichte Hamburg einen Anteil von 95,6 Prozent gegenüber 49,9 Prozent im Bundesdurchschnitt.
Hamburger Schüler erzielten auch beim englischen Hör- und Leseverstehen Ergebnisse über dem Bundesdurchschnitt.
Gute Ergebnisse beim Schüler-Lehrer-Verhältnis
Beim Verhältnis von Schülern zu Lehrkräften belegt Hamburg ebenfalls den zweiten Platz.
Nach den Daten für 2024 kamen in Hamburg in den Klassen 5 bis 10 der weiterführenden Schulen ohne Gymnasien durchschnittlich 10,09 Schüler auf eine Lehrkraft, bundesweit waren es 12,9. An Grundschulen lag das Verhältnis in Hamburg bei 13 Schülern pro Lehrkraft gegenüber 15,9 im Bundesdurchschnitt.
Starke Ganztagsinfrastruktur
Auch bei Förder- und Betreuungsangeboten erzielt Hamburg bemerkenswerte Ergebnisse und liegt bundesweit auf Platz zwei.
2024 nutzten 99 Prozent der Hamburger Grundschüler schulische Ganztagsbildungs- und Betreuungsangebote. Bundesweit lag der Anteil bei 51,2 Prozent.
In den Klassen 5 bis 10 der weiterführenden Schulen ohne Gymnasien nahmen in Hamburg 97,7 Prozent Ganztagsangebote wahr, bundesweit 48,6 Prozent.
Nach den Daten für 2025 hatten 12,1 Prozent des Hamburger Kita-Personals einen akademischen Abschluss. Damit lag Hamburg über dem bundesweiten Durchschnitt von 7,4 Prozent.
Bildung bleibt eine fortlaufende Aufgabe
Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris wertete den dritten Platz in sechs aufeinanderfolgenden Jahren als Ergebnis der Bildungsreformen.
Bekeris hob insbesondere den Ausbau der Ganztagsangebote, die Förderung von Lese- und Sprachkompetenzen sowie Fortschritte im Englischunterricht als erfolgreiche Maßnahmen hervor.
Bekeris verwies zugleich auf Herausforderungen durch steigende Schülerzahlen, einen wachsenden Anteil von Schülern mit unterschiedlichen Familiensprachen und die anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie für die Bildung.
Es bleibe weiterhin viel zu tun, erklärte Bekeris. Priorität hätten eine geringere Abhängigkeit des Bildungserfolgs von den familiären Verhältnissen, bessere Übergänge von der Kita in die Schule und von der Schule in den Beruf sowie eine höhere Qualität der Ganztagsbildung.
Außerdem soll der Anteil der Schüler sinken, die bei Lernstandserhebungen die Mindeststandards verfehlen. Dafür sollen Schulsozialarbeit und Investitionen in die Bildungsinfrastruktur weiter ausgebaut werden.
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