Die unter deutscher Führung durchgeführte internationale „Operation Medusa“ erzielte wichtige Ermittlungsergebnisse zu sexueller Gewalt gegen Frauen, die mit Drogen oder Medikamenten wehrlos gemacht wurden. Bei dem Einsatz wurden 156 Opfer und Verdächtige identifiziert und die Grundlage für Hunderte neuer Ermittlungsverfahren geschaffen.
Asbülten
HAMBURG / Das Bundeskriminalamt (BKA), das Landeskriminalamt Hamburg (LKA) und die britische National Crime Agency(NCA) koordinierten die „Operation Medusa“. Sie gilt als eine der bislang umfassendsten internationalen Maßnahmen gegen online organisierte kriminelle Netzwerke. Neben Europol beteiligten sich Strafverfolgungsbehörden aus Brasilien, Kanada, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Spanien und den USA.
Frauen bewusstlos gemacht und missbraucht
Die Ermittlungen ergaben, dass Täter Frauen mit Mischungen verschiedener Medikamente und Schmerzmittel bewusstlos machten und anschließend sexuell angriffen. Aufnahmen davon wurden im Internet geteilt und organisierte Netzwerke gebildet. Einige Opfer waren dem Missbrauch über Jahre ausgesetzt.
Im Zuge des Einsatzes wurden 156 Opfer und Verdächtige identifiziert. Beweise und Verbindungen wurden sichergestellt, die 274 neue Ermittlungsverfahren ermöglichen.
Hamburg fordert strengere gesetzliche Regelungen
Hamburgs Innensenator Andy Grote bezeichnete den Einsatz als wichtigen Schlag gegen internationale Netzwerke sexueller Gewalt. Er erklärte, dass nicht nur die Täter, sondern auch Personen, die ohne Einwilligung aufgezeichnete Gewaltinhalte ansehen, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden müssten. Grote forderte außerdem die Weiterentwicklung KI-gestützter Analysesysteme, damit illegale Inhalte schneller erkannt und entfernt werden können.
Gewaltinhalte im Internet im Visier
Die Hamburger Regierung betonte, dass die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen sexuelle Gewalt im Internet gestärkt werden müsse. Die Behörden forderten zudem mehr Verantwortung der digitalen Plattformen, damit illegale Inhalte im Netz schneller erkannt und entfernt werden.
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