In Hamburg wird zur Vorsicht bei Angeboten für Energieverträge am Telefon oder an der Haustür aufgerufen. Vattenfall weist auf verdächtige Kontakte unter seinem Namen hin, und die Hamburger Polizei warnt vor Betrugsversuchen am Telefon oder an der Haustür.
Naciye ASLAN

HAMBURG / Verkaufsversuche für Strom-, Gas-, Internet- und Telefonverträge verlangen Aufmerksamkeit. Insbesondere sollten Identität und Berechtigung von Menschen geprüft werden, die an der Haustür über bestehende Verträge informieren oder Rabatte und Tarifwechsel anbieten.

Vorsicht bei Kontakten im Namen von Vattenfall

Vattenfall warnt vor verdächtigen Kontakten am Telefon und an der Haustür. Das Unternehmen erklärt, keine telefonische Kundengewinnung zu betreiben.

Auch Aussagen wie „Vattenfall wurde verkauft“, „Vattenfall zieht sich vom Markt zurück“ oder „Vattenfall erhöht bald die Preise“ nennt das Unternehmen als mögliche Betrugsanzeichen.

Weitere Warnsignale sind fehlende Visitenkarten mit Name, Firma und Telefonnummer, nicht per E-Mail versandte Unterlagen oder der Versuch, Dokumente unterschreiben zu lassen, die angeblich nur zur „Beratung“ dienen.

Vattenfall erklärt, Preis- und Vertragsänderungen würden Kunden rechtzeitig schriftlich mitgeteilt.

Verdächtiger Kontakt in Billstedt

Ein Beispiel ist der Besuch einer Frau bei einem Bewohner Billstedts vor Kurzem.

Die Frau behauptete, bei Vattenfall gebe es Vertragsrabatte, für die der Haushaltsinhaber zustimmen müsse. Dann fragte sie, ob dazu Informationen von Vattenfall vorlägen. Als der Bewohner dies verneinte, wollte sie wissen, wer im Haushalt über Strom- und Gasverträge entscheide.

Er sagte, er entscheide, könne dies aber nicht ohne seine Frau tun. Die Besucherin reagierte mit „Dann sind Sie nicht die Person, die entscheidet“ und verhielt sich ihm gegenüber schroff.

Vattenfall könne er später unter der offiziellen Telefonnummer anrufen, erklärte der Bewohner, oder die vorhandenen Unterlagen prüfen. Die Frau antwortete: „So arbeiten wir nicht. Wir gehen persönlich von Tür zu Tür und sprechen mit den Menschen.“ Als der Bewohner sagte, er könne jetzt nichts unternehmen, verließ sie das Haus.

Dieselbe Familie zuvor auch telefonisch kontaktiert

Als die Familie darüber sprach, stellte sich heraus, dass ein anderes Mitglied drei Tage zuvor angerufen worden war. Die Anrufer gaben sich als Vattenfall-Beschäftigte aus.

Die kurz aufeinanderfolgenden Vorfälle weckten Zweifel, ob die Besucherin tatsächlich für Vattenfall handelte.

Ähnliche Erfahrung in Eilbek

Solche Besuche werden auch unter Namen anderer Unternehmen berichtet. Ein Bewohner Eilbeks sagte, vergangene Woche habe jemand an seiner Tür gestanden, der angeblich für Telekom gekommen sei.

Die Berechtigung des Besuchers sollte unabhängig überprüft werden. Sicherer ist es, das Unternehmen über Kontaktdaten seiner offiziellen Website anzurufen statt über eine vom Besucher genannte Nummer.

Auch in anderen Hamburger Stadtteilen werden ähnliche Besuche berichtet. Allerdings ist nicht jeder Vertreter an der Haustür ein Betrüger. Entscheidend ist die unabhängige Prüfung von Identität, Berechtigung und Angebot.

Hamburger Polizei warnt

Die Polizei empfiehlt besonders bei unbekannten Besuchern Vorsicht: Fremde sollten nicht ins Haus gelassen und Gespräche möglichst hinter geschlossener Tür oder mit vorgelegter Sicherheitskette geführt werden.

Die wichtigsten Polizeitipps:

  • Lassen Sie unbekannte Personen nicht in Ihre Wohnung.
  • Sprechen Sie möglichst durch die geschlossene Tür, ohne sie ganz zu öffnen.
  • Verlangen Sie Ausweis und Berechtigungsnachweis.
  • Prüfen Sie unbedingt, für welches Unternehmen die Person kommt.
  • Rufen Sie selbst beim Unternehmen an und bestätigen Sie den Besuch.
  • Entscheiden Sie bei Angeboten an der Haustür nicht vorschnell.
  • Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht gelesen oder verstanden haben.
  • Vergewissern Sie sich vor der Weitergabe persönlicher oder vertraglicher Daten über die Identität der anderen Person.
  • Beenden Sie das Gespräch, wenn Ihnen etwas verdächtig erscheint.
  • Bei akutem Verdacht oder Gefahr 110 an rufen.

Auch am Telefon ist Vorsicht nötig. Gespräche mit Personen, die sich als Unternehmensbeschäftigte ausgeben und Druck zu Vertragsänderungen oder einem neuen Vertrag machen, sollten nicht fortgesetzt werden. Im Zweifel auflegen und über die offizielle Unternehmensnummer nachfragen.

Insbesondere wenn ein Besucher drängt, „Sie müssen sich sofort entscheiden“, sollte nichts unternommen und das Gespräch beendet werden.