Die Möllner Briefe – der Dokumentarfilm feierte am 15. September im Hamburger Abaton-Kino Premiere.
Der Film erzählt die Geschichte der Familie Arslan, die 1992 bei einem rassistischen Brandanschlag ihr Zuhause verlor. İbrahim Arslan war damals sieben Jahre alt. Er überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Über Jahrzehnte wurden viele Solidaritätsbriefe an die Stadt nicht beachtet – bis der Film diese Perspektive aufgriff. Die Kamera begleitet İbrahim bei der Entdeckung der Briefe und seinen Begegnungen mit drei ihrer Verfasser. Zugleich zeichnet der Film ein vielschichtiges Bild des Traumas, das İbrahim und seine Geschwister bis heute begleitet.

Im Mittelpunkt steht İbrahim, der sich aktiv gegen Rassismus einsetzt und eine Erinnerungskultur stärkt, die die Opfer ins Zentrum rückt. Der Film verbindet Vergangenheit und Gegenwart und eröffnet eine Perspektive auf Erinnerung, die den Stimmen der Opfer Raum gibt.
Am Premierenabend nahm auch Regisseurin Martina Priessner am Gespräch teil; zudem waren Angehörige der Familie Arslan anwesend. Die Diskussion bot Raum, darüber nachzudenken, wie Erinnerungsarbeit gelingen kann und welche Rolle Solidarität damals wie heute spielt.
İbrahim Arslan setzt sich als Bildungsaktivist mit der Initiative „Reclaim and Remember“ dafür ein, dass rassistische Vorfälle in Deutschland nicht vergessen werden. Er besucht Schulen und leistet wichtige ehrenamtliche Bildungsarbeit.
Bericht/Foto: Özlem ALAGÖZ-BAKAN
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