Der Hamburger Türkische Lehrerverein (TÖDER, Vorsitz Bilge Yörenç) und der Hamburger Türkische Elternverein (HTVB, Vorsitz Azmi Akgül) veranstalteten eine Auszeichnung für die Verbundenheit mit Türkisch. Am 11. Juni 2025 wurden im Restaurant Back-Lava Billstedt 11 Schüler der Louise-Weiss-Schule, die Türkisch als Wahlfach gewählt hatten, mit Ehrenplaketten und einem Frühstück gewürdigt. Erfreulich war, dass nicht nur Jugendliche türkischer Herkunft, sondern auch vier Jugendliche afghanischer Herkunft den Unterricht gewählt hatten. Das Frühstück war zugleich ein Abschied und sorgte für bewegende Momente.

Dank und Glückwünsche an die Schüler
Auch der Türkischlehrkraft Ezel Sünnetçioğlu wurde gedankt. Silvana Safouane von der Hamburger Schulbehörde gratulierte zu den Leistungen und betonte den gesellschaftlichen Nutzen der Mehrsprachigkeit. Die Veranstaltung würdigte Schüler, die Türkisch als Hauptfach gewählt und erfolgreich abgeschlossen hatten, und sollte zugleich dessen Stellung im Bildungssystem stärken.

Erklärungen der Vorsitzenden
Bilge Yörenç erklärte: „Seit Jahren arbeiten wir daran, Türkisch einen festen Platz im Hamburger Bildungssystem zu sichern. Diese Veranstaltung würdigt die Arbeit der Schüler und zeigt, welche Bedeutung Türkisch und Mehrsprachigkeit für uns haben.“

Azmi Akgül sagte: „Als Eltern wünschen wir uns, dass unsere Kinder sowohl mit Türkisch als auch mit Deutsch stark verbunden bleiben. Solche Veranstaltungen fördern die Verbundenheit mit ihrer Identität und stärken sie als mehrsprachige Menschen.“

Treffen für gesellschaftliches Bewusstsein
Die Veranstaltung war mehr als eine Preisverleihung. Sie sollte in der Gesellschaft Bewusstsein für die Bedeutung des Türkischen und der Mehrsprachigkeit schaffen.

Melis’ Erfolgsgeschichte
Beim Frühstück konnten wir mit den Jugendlichen sprechen und führten ein kurzes Interview mit Gülseli Melis Yağci. Sie kam vor sechs Jahren mit ihrer Familie aus Antalya nach Deutschland und erreichte ein ausgezeichnetes Abitur mit 1,4. Sie erwägt nun ein Psychologiestudium und betont die Bedeutung türkischsprachiger Psychologen. Die Eingewöhnung war nicht leicht: Sie musste die Sprache lernen, mit kulturellen Unterschieden umgehen und neue Freunde finden. Am schwersten fiel ihr die Sehnsucht nach der Türkei. Der Türkischunterricht half ihr dabei. Ihre Lehrer seien in dieser Zeit sehr verständnisvoll und tolerant gewesen, betonte sie.
Melis dürfte mit ihrer Geschichte viele Jugendliche inspirieren.

Bericht / Foto: Özlem Alagöz-Bakan
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