Theatergruppen und Kunstschaffende in Hamburg und anderen deutschen Städten veröffentlichten eine gemeinsame Presseerklärung zur Festnahme und Inhaftierung des Komikers Deniz Göktaş am Flughafen nach seiner Stand-up-Vorstellung. Sie bezeichneten den Vorgang als einen nicht hinnehmbaren Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit.
Naciye ASLAN

„Kunst und Humor dürfen nicht bestraft werden“

HAMBURG – „Wir stehen an der Seite der Kunst und der Meinungsfreiheit“ lautet der Titel der Erklärung. Darin heißt es, Äußerungen eines Komikers oder eines anderen Künstlers auf der Bühne könnten diskutiert, kritisiert oder abgelehnt werden. Eine Festnahme oder Inhaftierung wegen seiner Gedanken und seiner künstlerischen Arbeit sei jedoch mit den Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft unvereinbar.

Die Erklärung betont, Kunst sei einer der stärksten Ausdrucksräume für Gedanken, Kritik und Humor. Künstler seien ein Spiegel der Gesellschaft, und Humor gehöre seit Jahrhunderten zu den wirksamsten Mitteln gesellschaftlicher Kritik.

„Das demokratische Umfeld muss gestärkt werden“

Statt Kunst und Humor zu bestrafen, müsse ein demokratisches Umfeld gestärkt werden, in dem unterschiedliche Gedanken frei geäußert werden können, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.

In der Presseerklärung wurde neben dem Komiker Deniz Göktaş auch die Freilassung aller Theaterleute, Musiker und Künstler gefordert, denen wegen der Äußerung ihrer Gedanken die Freiheit genommen worden sei.

Unterstützung zahlreicher Künstler und Theatergruppen

Die Erklärung endet mit den Worten: „Kunst lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Humor ist kein Verbrechen. Meinungsfreiheit ist eine unverzichtbare Grundlage demokratischer Gesellschaften.“ Theatergruppen, Kunstinstitutionen und zahlreiche Regisseure, Schauspieler, Theaterleute, Musiker, Maler und Schriftsteller aus verschiedenen deutschen Städten, besonders aus Hamburg, unterzeichneten sie.

Künstler in Hamburg und Deutschland protestieren gegen Inhaftierung von Deniz Göktaş

Zu den Unterzeichnern gehören Vertreter von Tiyatro Asmin und Migra Kunst e.V sowie die Regisseure Ferman F. Karayığit, Reyhan Kuyumcu und Mehmet Esatoğlu; die Schauspieler Kasım Palabıyık, Fatma Çiftçi und Serpil Yıldız; die Musiker Ali Temiz, Taner Tanrıverdi, Gülşure Keskin und Maviş Güneşer; die Malerin Leyla Dönmez Suveren sowie die Schriftsteller Orhan Çelik und Sevim Tarhan und viele weitere Kunstschaffende.