Polizei und Zoll haben in Hamburg bei einem umfassenden Drogeneinsatz zwei Personen festgenommen und sechs Adressen durchsucht. Koordiniert wurde der Einsatz von der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Hamburger Landeskriminalamts (LKA 61).

Anfang April begannen Ermittlungen gegen vier Männer wegen Kokainschmuggels. Nach einem Hinweis an das Hamburger Hafensicherheitszentrum (HSZ) wurden in einer Bananenreiferei etwa 15 Kilogramm Kokain in Bananenkisten gefunden. Weitere Drogenpakete dieser Lieferung wurden kurz darauf in Schleswig-Holstein sichergestellt.

Nach den Erkenntnissen sollen die Verdächtigen in Hamburg-Hammerbrook Kokain im dreistelligen Kilogrammbereich aufbewahrt und zum Verkauf an Dritte vorbereitet haben.

Vier Männer im Alter von 61, 53, 39 und 21 Jahren wurden verfolgt. Auf Grundlage der Beweise erwirkte die Hamburger Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei und Durchsuchungsbeschlüsse gegen alle vier.

Ein Verdächtiger arbeitet im Hafen

Der 61-jährige türkische Staatsbürger soll während seiner Arbeit im Hafen die Bananenkisten beschafft haben, in denen die Drogen versteckt waren. Er wurde an seiner Hamburger Wohnadresse festgenommen.

Der 21-jährige deutsche Staatsbürger soll die Drogen aus der betreffenden Firma herausgebracht haben. Er wurde vor einem Tabakgeschäft in Niedersachsen festgenommen.

Der 53-jährige mazedonische und der weitere 39-jährige deutsche Verdächtige wurden an ihren Wohnadressen angetroffen. Nach den strafprozessualen Maßnahmen wurden sie freigelassen.

Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt. Die Hamburger Kriminalpolizei wurde von der Kriminalpolizei Uelzen und vom Zoll unterstützt.

Hamburger Polizei: Anonymes Hinweisportal für Hafenpersonal aktiv

Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei verwies auf die im vergangenen Jahr gestartete Aufklärungskampagne INOK gegen das Einsickern organisierter Kriminalität in Nordseehäfen. Für Hafenbeschäftigte wurde ein anonymes Hinweisportal geschaffen, das ihren Missbrauch durch organisierte kriminelle Strukturen verhindern soll.

Das im Juni 2024 gegründete Hafensicherheitszentrum setzt zudem seinen Einsatz gegen international organisierte Drogenkriminalität im Hamburger Hafen fort. Es besteht aus Vertretern der Hamburger Polizei, der Generalzolldirektion und der Hamburg Port Authority (HPA).