Bei einer Podiumsdiskussion über „Perspektiven des Migrations- und Migrantentheaters“ im Rahmen des 8. Theaterbrückenfestivals in Hamburg waren sich die Redner einig, dass die Gründung eines deutschlandweiten Dachverbands unumgänglich sei.
Der vierte Tag des laufenden 8. Theaterbrückenfestivals in Hamburg begann mit dem von Theaterleuten aus İzmir zusammengestellten Kinderstück „Kuki Şov“. Die Kinder sahen begeistert die lehrreiche Puppen- und Pantomimevorstellung mit Özgür Ayter, Berna Tunç, Melih Serhat Eyrenci und Haktan Mumcu. Am Ende applaudierten sie lebhaft und konnten mit den Schauspielern sprechen und Fotos machen.

Migrantische Theaterleute sollten sich organisieren
Nach dem Kindertheater und einer Pause fand die Diskussion „Perspektiven des Migrations- und Migrantentheaters“ statt. Moderiert wurde sie vom künstlerischen Leiter des veranstaltenden Mut! Theaters, Mahmut Canbay. Die Redner waren Kemal Kocatürk (Tiyatro Kumpanyası Berlin), Zeynep Schipper-Çetin (İstasyon Tiyatro İletişim), Göktuğ Engel (Monolog Tiyatro), Seval Kabukçu (Kölner Arkadaş Theater) und Mehmet Öndek (Getto Tiyatro). Es wurde betont, dass migrantische Theaterleute in Deutschland angesichts wachsenden Rassismus und steigender Stimmenanteile der rechtsextremen AfD unter großen Schwierigkeiten Projekte entwickelten, aber kaum von staatlicher materieller und ideeller Kulturförderung profitierten. Als wesentlicher Grund wurde ihre fehlende Lobby genannt. Die Redner sprachen sich für einen deutschlandweiten Dachverband aus. Mahmut Canbay sagte, er arbeite seit einiger Zeit mit Kemal Kocatürk an dem Thema; eine Initiative sei bald geplant. „Im Herbst werden wir ein Symposium für einen Dachverband in Deutschland organisieren“, sagte er.

Kabarettist Muhsin Omurca auf der Bühne
Als letzte Veranstaltung am vierten Festivaltag trat der erfahrene Kabarettist und Karikaturist Muhsin Omurca auf. Seiner scharfen Zunge und Satire entgingen weder der ehemalige und neue US-Präsident Trump noch Deutsche, Türken und politische Missstände. Der vielfach ausgezeichnete Omurca, der den Begriff „Biodeutsch“ prägte, brachte das Publikum mit einer humorvollen Darstellung gegenseitiger gesellschaftlicher Vorurteile immer wieder zum Lachen.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Ihr Kommentar erscheint nach Freigabe.