Lahmacun-Preis oder Denkweise?

Jeden Sommer ist das Thema in den sozialen Medien dasselbe: astronomische Lahmacun-Preise in Bodrum. Doch es geht nicht nur um den Preis eines Gerichts. Darin spiegeln sich vielmehr die allgemeine Haltung und Sichtweise gegenüber Auslandstürken wider.

Ein anderer Tarif für Auslandstürken

Menschen, die in Europa arbeiten und im Sommer in ihre Heimat kommen, werden mitunter wie „Geldmaschinen“ behandelt. „Almancı-Preise“ im Taxi, auf dem Markt oder im Restaurant treffen nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Würde. Dabei sind dies Menschen, die seit Jahren Devisen ins Land bringen, ihren Urlaub in der Türkei verbringen und erheblich zur Wirtschaft beitragen.

Bodrum als Symbol

Die Debatte über den Lahmacun-Preis in Bodrum ist nur ein Symbol. Das Problem ist nicht auf die Küsten beschränkt, sondern im Dorfcafé, auf dem städtischen Markt und am Grenzübergang dasselbe: Auslandstürken werden anders behandelt. Auch das schadet dem Ansehen des Landes.

Wirtschaft oder Gastfreundschaft?

Eine Dienstleistung hat selbstverständlich ihren Preis. Doch die Preisgestaltung muss fair und transparent sein. Ein Auslandstürke ist nicht bloß Kunde, sondern ein Kind dieses Landes und ein Gast. Ihn als Gelegenheit für „leicht verdientes Geld“ zu betrachten, schadet sowohl der Nachhaltigkeit des Tourismus als auch den gesellschaftlichen Bindungen.

Fazit: Nicht der Lahmacun-Preis muss sich ändern

Der Satz „Für Auslandstürken ist überall Bodrum“ bedeutet mehr als eine bloße Preisdiskussion. Die eigentliche Frage ist die Denkweise. Ändern muss sich nicht der Preis eines Lahmacuns, sondern unsere Sicht auf einen Kunden, einen Auslandstürken und vor allem einen Menschen.

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