Die EU-Kommission hat einen wichtigen Schritt hinsichtlich der seit Jahren geltenden Flüssigkeitsbeschränkungen bei Flugreisen getan. Mit der Zulassung von Scannern, die feststellen können, ob Flüssigkeiten Sprengstoffe enthalten, wurde der Weg für größere Flüssigkeitsmengen im Handgepäck geöffnet.

Nach einem Bericht der Website tagesschau.de des öffentlich-rechtlichen Senders ARD bestätigte ein Sprecher der EU-Kommission, dass neue Scanner, die bei der Sprengstofferkennung zuverlässige Ergebnisse liefern, zugelassen wurden. Dies könne die Flüssigkeitsbeschränkungen im Handgepäck lockern.

700 Geräte im Einsatz oder bereit

An 21 Flughäfen in EU-Ländern sind derzeit rund 700 moderne Scanner entweder im Einsatz oder für die Inbetriebnahme vorgesehen. Mit den neu zugelassenen Scannern dürfte diese Zahl weiter steigen. Die Geräte scannen Handgepäck dreidimensional ähnlich der Computertomografie (CT) in Krankenhäusern und ermöglichen damit die Erkennung verdächtiger Flüssigkeiten.

Flughäfen begrüßen Entscheidung, Zeitpunkt aber unklar

Der Flughafenverband ADV begrüßte die EU-Entscheidung. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel erklärte: „Diese Entwicklung erhöht Komfort und Abfertigungsgeschwindigkeit an Flughäfen. Die Technologie ist zuverlässig, und die Kontrollen werden für alle einfacher.“

Beisel wies allerdings darauf hin, dass weiterhin Hindernisse bestehen:

„Unsere Flughäfen sind bereit. Sie wollen moderne Sicherheitslösungen einsetzen. Dafür brauchen sie aber klare und faire Regeln auf EU-Ebene.“

Umsetzung in Deutschland könnte sich verzögern

Obwohl die Entscheidung technisch eine Aufhebung der Flüssigkeitsgrenze ermöglicht, könnte sich die Umsetzung in einigen Ländern wie Deutschland verzögern. Verantwortliche des Frankfurter Flughafens erklärten, derzeit seien nur an 40 der 190 Kontrollspuren neue Scanner im Einsatz; weitere 40 Geräte seien bestellt. Wann alle Flughäfen mit dieser Technik ausgestattet sein werden, ist jedoch noch unklar.

Ähnliches gilt für den Flughafen München. Dort seien genügend Geräte vorhanden, die Softwareaktualisierungen würden jedoch erst nach den Sommerferien erfolgen.