Der Türkische Lehrerverein Hamburg positionierte sich eindeutig gegen diskriminierende Quoten im Bildungsbereich.
Der Türkische Lehrerverein Hamburg (TÖDER) reagierte scharf auf Vorschläge, den Anteil von Schülern mit Migrationsgeschichte in Klassen in Deutschland zu begrenzen. Entsprechende Äußerungen der CDU-Bildungsministerin Karin Prien wurden in der Öffentlichkeit mit Sorge aufgenommen.
In der von Vereinsvorsitzender Bilge Yörenç unterzeichneten Erklärung wurde betont, dass individuelle Bedürfnisse im Bildungsbereich Vorrang haben müssten. „Die Unterstützung, die ein Kind in der Bildung erhält, sollte nicht nach seiner Herkunft bestimmt werden, sondern nach seinen individuellen Bedürfnissen, seinen Sprachkenntnissen und den Möglichkeiten der Schule“, hieß es.
TÖDER erklärte, der Begriff „Migrationshintergrund“ beschreibe keine homogene Gruppe. Kinder bereicherten die Bildung durch unterschiedliche Lebenserfahrungen. Quoten fehlten die wissenschaftliche und pädagogische Grundlage.
Verweis auf das Grundgesetz
In der Erklärung wurde an Artikel 3 Absatz 3 des deutschen Grundgesetzes erinnert und folgender Satz angeführt:
„Niemand darf wegen seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat oder Herkunft benachteiligt werden.“
TÖDER wies darauf hin, dass Quoten dieses verfassungsmäßige Recht verletzten.
Gemeinsame Bildung, wirkliche Integration
Der Verein betonte, Kinder unterschiedlicher Herkunft müssten gemeinsam lernen. Trennung untergrabe Integration und verstärke die gesellschaftliche Polarisierung. In der Erklärung hieß es:
„Unsere türkischsprachigen Schüler und Schüler mit Migrationsgeschichte bereichern die Bildung durch Mehrsprachigkeit, interkulturelles Verständnis und soziale Widerstandskraft. Sie müssen unterstützt statt ausgeschlossen werden. Vergessen wir nicht: Kinder mit Migrationsgeschichte sind Teil dieser Gesellschaft.“
Konkreter Vorschlag von TÖDER: Chancengleichheit statt Quoten
TÖDER schlug vor, statt Quoten Chancengleichheit in der Bildung zu schaffen. Jedes Kind müsse unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Bildungschancen erhalten.
Bilge Yörenç schloss die Erklärung mit den Worten: „Wir werden weiterhin gegen Diskriminierung eintreten und Mehrsprachigkeit sowie inklusive Bildung verteidigen.“
Kommentare
Einen Kommentar schreiben
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Ihr Kommentar erscheint nach Freigabe.