Eine IAB-Studie zeigt, dass ein Viertel der nach Deutschland Zugewanderten erwägt, das Land zu verlassen. Dies ist besonders unter Menschen mit hoher Bildung verbreitet.
Rund 26 Prozent der nach Deutschland Zugewanderten denken darüber nach, das Land dauerhaft zu verlassen.
Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass ein Viertel der nach Deutschland Zugewanderten, schätzungsweise 2,6 Millionen Menschen, erwägt, das Land zu verlassen. Dies ist besonders unter Menschen mit hoher Bildung verbreitet.
Laut Studienbericht haben 300.000 Menschen bereits konkrete Auswanderungspläne. Auch diese Pläne sind insbesondere unter Menschen mit hoher Bildung verbreitet.
In der Informations- und Kommunikationstechnologie ist der Anteil derjenigen mit Abwanderungsgedanken mit 39 Prozent am höchsten. Im Finanzsektor liegt er bei 30 Prozent, im Gesundheits- und Sozialwesen bei 28 Prozent.
Der Bericht erläutert, dass insbesondere aus Europa kommende Migranten in ihre Herkunftsländer zurückkehren möchten. Als wichtigste Gründe für die Absicht, Deutschland zu verlassen, nennen Befragte politische Unzufriedenheit, persönliche Gründe, Steuerbelastung und Bürokratie.
Darüber hinaus führen Migranten erlebte Diskriminierung als Grund für ihre Auswanderungspläne an.
Zu denjenigen, die die größte Volkswirtschaft Europas verlassen wollen, gehören neben Arbeitsmigranten auch Menschen, die wegen Bildung oder aus familiären Gründen nach Deutschland gezogen sind.
IAB-Forscher Lukas Olbrich erklärte: „Insbesondere Migranten, die zur Arbeit oder Ausbildung kommen, besser ausgebildet, wirtschaftlich erfolgreicher und sprachlich besser integriert sind, denken überdurchschnittlich häufig darüber nach, das Land zu verlassen, oder äußern konkrete Auswanderungspläne. Mit anderen Worten: Es handelt sich genau um die Menschen, die Deutschland zur Gewinnung von Fachkräften dringend braucht.“
Nach dem Bericht stammen Personen mit Auswanderungsplänen überwiegend aus Europa und EU-Mitgliedstaaten. Manche Migranten planen aus beruflichen und wirtschaftlichen Gründen einen Umzug in andere Länder, vor allem in die USA, die Schweiz und Spanien.
Für die Studie wurden zwischen Dezember 2024 und April 2025 50.000 im Ausland geborene und nach Deutschland zugewanderte Personen im Alter von 18-65 Jahren online befragt.
Quelle: AA /Foto: Deutscher Bundestag
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